DIE KAMONDO STIEGE

Der heutige Zustand
Der heutige Zustand

Ein inoffizielles Wahrzeichen von St. Georg

 

Seit Generationen ist die Kamondo-Stiege für viele Schüler von St. Georg ein alltäglich begangenes, architektonisch und geschichtlich außergewöhnliches Teilstück ihres Schulwegs. Schwungvoll und elegant weist sie den Weg zwischen Bankalar Caddesi und Kartçınar Sokak und ist mit ihren zweimal sich kreuzenden Treppen so breit und großzügig angelegt, dass man meinen könnte, sie wäre in Hinblick auf den zeitweiligen Schüleransturm geplant worden. Ihren Namen trägt sie zur Erinnerung an die Familie Kamondo, eine der wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutensten Familien im Osmani­schen Reich des 19. Jahr­hunderts, die sie zwischen 1870 und 1880 erbauen ließ.

Strudelhofstiege

 

Aus der zufälligen räumlichen Nähe von St. Georg zur Kamondo-Stiege hat sich mit der Zeit auch eine ideelle Nähe entwickelt, was zum einen wohl daran liegt, dass die Kamondo-Stiege ein wenig an die Wiener Strudelhofstiege erinnert und im St. Georgs-Volksmund manchmal auch so genannt wird. Zum anderen ist es ihre formale Struktur der sich kreuzenden, verschränkten Wege, die sich geradezu anbietet, als Sinnbild für St. Georg als Ort der Begegnung verschiedener Kulturen wahrgenommen zu werden.

 

Im April 2005 wurde die Kamondo-Stiege im Zuge der Kamondo-Gedächtnis-Woche frisch renoviert und neu bepflanzt. Möge sie in ihrer steinernen Beschwingtheit viele weitere Generationen von Passanten und St. Georgianern treppauf und treppab sicher tragen und deren Wege stets offen halten!

 

Die Kamondo-Familie