Perşembe Pazarı Straße

Mächtiges Haus aus osmanischer Zeit

Praktische Information

Verbindet die Tersane Straße mit der Bankalar Straße.

 

Beschreibung

Ganz in der Nähe unserer Schule liegt die Persembe Pazarı Straße. An Werktagen herrscht hier reger Betrieb, an beiden Straßenseiten befinden sich vor allem Elektrikgeschäfte: Menschen kommen und gehen, Verkäufer rufen, an der Ecke steht ein Simitverkäufer und preist laut schreiend seine Ware an. Ins Auge fallen auch die vielen bunten Schilder, die, teilweise an den Häusern, teilweise über der Straße, den Namen der jeweiligen Geschäfte angeben. Besonders interessant ist aber die Bauweise der Häuser, die nicht, wie fast überall in Istanbul, aus Beton sondern aus Ziegeln gebaut wurden. Nach einigen Minuten des Staunens teilen wir uns in Gruppen auf und versuchen Informationen zu sammeln.

Eingang zum Genueser Han

 

"Wissen sie etwas über dieses Gebäude und seine Geschichte?" "Ja das ist ein Gericht aus der Zeit der Genueser." Oder "Man hat mir gesagt, dass das im alten Galata als Gefängnis verwendet wurde." Oder: "Hier soll Barbaros Hayreddin Paşa gelebt haben!" Nach genauerem Beobachten erkennt man aber, dass diese Häuser eigentlich die typischen Baumerkmale osmanischer Bauten aufzeigen: Kleine Erker, meist vergitterte, rechteckige Fenster und öfters auch kleine Kuppeln als Dach und natürlich die Ziegel mit dem roten Verputz. Es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass fünf Nachbarhäuser jeweils Gefängnisse und Gerichte waren. Daran erkennt man, dass die Geschäftsinhaber zwar wissen, dass sie in alten Häusern leben, aber nicht in wie alten. Außerdem waren sie anscheinend daran interessiert, ihren Geschäften einen historischen Hintergrund zu geben, wie z.B. ein altes Gefängnis. In Büchern stießen wir dann auf das Baudatum dieser Häuser, nämlich das 18. Jahrhundert. Die Perşembe Pazarı Caddesi ist ein sehr gutes und interessantes Beispiel für lebende Geschichte.

 

Bibliographie
Freely, John und Hilary Sumner-Boyd: Strolling through Istanbul (Istanbul 4th Edition 1989), S.440 f