Azap Kapı Moschee & Saliha Sultan Brunnen

Es war ein mal...

 

Praktische Informationen
Die Azapkapı Moschee liegt rechts neben der Atatürk Brücke, die ihren Namen von einem verschwundenen Torbau in ihrer Nachbarschaft herleitet, der dem ganzen Viertel den Namen gab.

Historische Informationen

Gestiftet hat diese Moschee der Großwesir Sokullu Mehmed Pascha und Sinan erbaute sie im Jahre 985 der Hedschra, das heißt 1577/78 unserer Zeitrechnung. Die Azapkapi Moschee ist zwar ein wichtiger Bau von Sinan, aber lange nicht so bekannt wie seine wichtigsten Bauten z.B. die Süleymaniye Moschee (auf der anderen Seite des Goldenen Hornes) oder die Selimiye Moschee (in Edirne). Vor dreißig Jahren befand sich die Moschee in einem Zustand des Verfalls, und die Stadtverwaltung erwog bereits ihren Abbruch, nicht zuletzt, um für die Anlage der neuen Atatürkbrücke mehr Platz zu gewinnen, aber ein öffentlicher Protest konnte die Moschee schließlich doch noch retten und ihre Restaurierung herbeiführen. So blieb eines der bedeutenderen Werke Sinans zum Glück erhalten. Heute kann man in der Azapkapı Moschee beten, aber die Gemeinde ist nicht so groß, weil es um die Moschee keine Wohnregion, sondern nur Geschäfte gibt.

Innenansicht des Gebetsraums
Buntglasfenster
Abgesetztes Fundament des Minaretts
Ece und Özge, unsere kompetenten Kunsthistorikerinnen.

 

Beschreibung

Der Eingang der Azapkapı Moschee wirkt durch die Nähe der Atatürk-Brücke etwas zusammengedrängt; er führt über einen Treppenaufgang unter der geschlossenen Vorhalle in diese empor. Ungewöhnlich ist auch das Minarett sowohl wegen seiner Stellung am Bau, als auch wegen seiner Struktur. Erstens steht es nicht wie gewöhnlich an der Südseite, sondern an der Nordseite, wofür wahrscheinlich statische Gründe ausschlaggebend waren, denn die Uferwellen des Goldenen Horns kamen damals bis nahe an die Südmauer heran, und der Grund wäre für das Gewicht eines Minaretts nicht tragfähig genug gewesen. Interessant ist auch, dass dieses Minarett aus dem Baukörper herausgerückt erscheint und nur noch locker mit dem Hauptbau über die Kanten verbunden ist. Der eigentliche Innenraum der Moschee besteht aus einem Oktogon, das in ein nahezu quadratisches Geviert einbeschrieben ist. Die Kuppel wird rings von acht Halbkuppeln umfangen, von denen die Halbkuppeln in den Achsen etwas weiter und tiefer sind als jene in den Diagonalen. Die östliche Halbkuppel überwölbt den rechtwinkeligen Apsisraum, in den der Mihrab hineingebaut ist. Der Mihrab stellt eine hervorragende Arbeit in Marmor dar. An dieser Moschee finden wir auch besonders die Fenster interessant, weil die Azapkapı Moschee keine gewöhnlichen Fenster, sondern Buntglasfenster hat.

Der Saliha Sultan Brunnen

 

Nördlich der Azapkapı Moschee steht der berühmte Rokokobrunnen von Azapkapi. Er wurde im Hedschrajahr 1145(1732/33) durch Saliha Valide Hatun gestiftet und erbaut. Die Geschichte von Saliha Sultan ist sehr interessant. Saliha war die Tochter einer Familie, die in Azapkapı lebte und sehr arm war. Eines Tages ging sie mit einem Tonkrug zu einem Brunnen, um Wasser zu holen. Der Tonkrug fiel zu Boden und zerbrach. Das Mädchen began zu weinen. Eine Frau vom Harem des Palastes sah dieses Mädchen. Sie ging zum Mädchen und gab ihm Geld für den zerbrochenen Tonkrug. Die Frau vom Harem nahm dieses Mädchen mit. Saliha Sultan wurde im Harem erzogen. Nachher heiratete sie Sultan Mustafa II. Als Erinnerung an diesen Tag, ließ sie diesen Brunnen bauen. Mustafa II., Sohn des Sultans Mehmet IV., kam 1695 an die Macht und bis 1703 war der Sultan des osmanischen Reiches. Der Brunnen besteht aus einem vorspringenden Trinkbrunnen ( sebil ) mit drei vergitterten Fenstern, an deren Seiten zwei große und prachtvolle Laufbrunnen ( çesme) angeordnet sind. Die Fassaden sowohl beider Çeşmes als auch des Sebils sind zur Gänze mit Blumenornamenten im Flachrelief überspannt. Eine Kuppel setzt den krönenden Akzent. Viele Jahre lang lag dieser entzückende Brunnenbau fast völlig als Ruine da, ist aber inzwischen recht gut restauriert worden, wenn auch leider der Tambour der Kuppel in Beton gearbeitet worden ist. Unter den Istanbuler Brunnen des frühen 18. Jahrhunderts gehört er zu den schönsten.

Flachreliefs und Fenster im Brunnenhaus